Rauchen Zigaretten Raucherin
Tabak und Frauen, Rauchende Ladies
Sexy, cool oder glatt zum Kotzen...?
Es
gab sie schon immer – die rauchenden Frauen
in der Männerdomaine des Rauchens.
Doch wie 'schicklich' war das eigentlich?
Ein Streifzug durch
die
Geschichte des Rauchens: hier nun im
Mittelpunkt die Frau, die nicht
nur in der Zigaret-
tenwerbung
ihren Mann zu stehen hatte...
Besonders auf den
Werbeplakaten und Anzei-

gen der 'feminalen' Tabakwerbung
wird deutlich,
wie sehr sich der Typ des schönen Geschlechts
im Laufe der vergangenen
130 Jahre verändert
hat. Das
Ganze begann mit den etwas fülligen
und robusten Ladies aus dem
Nahen Osten und
führte über die modische Dame
zur sportlichen
Freundin bis hin zur
emanzipierten Managerin,
die
weiß, warum sie sich dem Vergnügen des
Rauchens
hingibt...

Bereits
1880 wurde das schöne Geschlecht "in edler Anmut" für die
Zigarettenwerbung entdeckt. Seitdem geht kaum noch was ohne die Frau in der
Industrie des blauen Dunstes. Ele-gant bis fetzig, kurios bis "mitten aus
dem Leben gegriffen" so wurde den Rauchern das schöne Geschlecht
auf Postkar-ten, Plakaten, in Zeitungswerbungen später dann im Kino
und im Fernsehen präsentiert.
Von schlank

und sexy (Neuzeit)
und üppig bis füllig (130 Jahre zurück) lockten die Damen mit
kessem Augenauf-schlag und zuweilen nur dürftig bekleidet den Mann und
sich selbst an die Zigarette.
Okay,

Ladies, ihr habt
gewonnen! Wir sind eurem Charme erlegen und rauchen nun, was das Zeug hält.
Also bitte keine Klagen über miesen Raucheratmen oder unsere kaput-ten
Lungen! Alles die Schuld der nachfolgenden Damen...!
Die (Sehn)sucht der Männer
Abb.
oben:
Postkartenwerbung aus d. Jahr 1880
Straight Cut
Old
Judge - Zigarettenlady aus dem Jahr 1880. Mein Urgroßvater
mütterlicher-seits verfiel ihrem Sexapeal und wanderte in die Verei-nigten
Staaten aus. Ob er dort die Dame mit den rund-lichen Möpsen fand, weiß
niemand. Vermutlich nicht. Man hat nie mehr etwas von Opa Wilhelm gehört...
Meine
Familie und ich...
Irgendwie
scheinen die Frauen und Mädels aus der Tabakwerbung immer so ausgesucht
zu werden, dass sie in uns männlichen Idioten einen leichten Anflug von
Hoffnung wecken: "Ich will Dich haben!" warum eigentlich? Guckt
man sich die beiden Anzeigen von R6 aus den Jahren 1981 (unten) und 1983 (rechts)
an, dann ahnt man es: Die Dame, die so gut in der Werbung ankam, dass man sie
zwei Jahre später noch mal zum Fototermin bat, ist lebendig, gut gelaunt,
sie mufft nicht, scheint immer gut drauf zu sein und von der Bettkan-
te
würden wir sie auch nicht gerade stoßen. Und so
sind sie fast alle, die Zigarettenladies. Andere Typen,
andere Mode, anderer Zeitgeist alles wurscht. Sie
sind eben das, was wir gerne hätten, aber nie kriegen
vermutlich, weil wir Raucher sind, dünne Beine und ei-
nen flachen Hintern haben und nur einmal in der Wo-
che duschen. Pech gehabt! Was bleibt...? Klar: R6
rauchen und mit der eigenen Frau zufrieden sein, die
uns so nimmt, wie wir sind...
Per
Mausklick können die beiden R6-Anzeigen vergrößert werden...
Phallus-Symbol Zigarette?
Sieh her! Das könntest Du sein,
wenn Du mich rauchst
Wo, bitteschön, sieht man in einem Werbespot dicke
Kinder Schokolade essen oder kotzende Männer für
Bier werben? Mit der Tabakwerbung lief das kein biß-
chen anders. Auch hier wurden Bedürfnisse und Instink-
te geweckt und Erfolgserlebnisse suggeriert.
Rauche
mich, dann bist
du ebenfalls eine emanzipierte, toll
aussehende, sportliche Frau, die die Fäden eines erfüllten
und unbeschwerten Lebens selbst in der Hand hält.
So funktioniert
Werbung nun
mal, und weil wir soooo be-
rechenbar sind, stopfen dicke Kinder 'Negerküsse'
in sich hinein, tragen Tausende von Frauen
Frisuren wie Inka Bause und rauchen Ladies
Virginia Slims, Kim, Marlboro-Zigaretten oder
andere
Phallus-
Symbole.
Werbung
kann ziemlich
gnadenlos sein, oder...?
Erfolg
oder Misserfolg durch Markennamen
Den Trick mit den Erfolg bringenden Markennamen kennen

dem Schöpfer sei Dank bis heute nur die wenigsten Werbeagenturen.
Oder sie wenden ihn nicht an, weil sie nicht an positive oder negative Schwingungen
glau-ben. Dabei schadet es doch überhaupt nicht, es einmal mit einem Markennamen
zu versuchen, den das Schicksal zu begünstigen scheint. Die Vergangenheit
hat uns tausende Male gezeigt, wie Produkte, Künstler, Firmen usw. die
Märkte ent-weder rasant eroberten oder trotz guten Voraussetzungen
auf der Strecke blieben.
Mehr
über gute und schlechte Namen finden Sie hier...
Start ins letzte Jahrhundert
Um die Jahrhundertwende (1900)
hauchte die Zigarettenindustrie der Damenwelt ein neues Bewusstsein ein.
Mit hübschem Gesicht, zarten
Knöcheln und wallenden Kleiderstoffen
wagten sich emanzipierte Damen nun
auch ins Berufsleben, gingen gewerk-schaftlich organisiert auf die Barrikaden
und forderten für sich selbst mehr
Rechte ein.
Emanzipation:
Die Männerwelt beginnt zu wanken
In den 20er Jahren begann dann die erste
rebellische Phase junger Frauen, die nun zeigten, was sie
fühlten und mit welchen sozialen Beschränkungen sie
fortan nicht mehr zu leben gedachten. Die Mode wurde
indiviueller, lebendiger, persönlicher und die rauchenden
Ladies begannen meist zum Leidwesen der Männer-
zunft überall mit zu reden.
Harte Zeiten für die
Herren der Schöpfung!
Chesterfield entdeckte
1926 als erste Zigarettenmarke
die selbstbewusste Frau,
welche selbst mal gerne ein
paar Züge probieren wollte.
Der durchaus
zweideutig
zu interpretierende Solgan
"Blow some my way"
brachte damals Schlagzeilen
und Chesterfiel Millionen von
Raucherinnen...
Mehr
darüber lesen
Zigarettenwerbung ohne schöne Frauen fast
undenkbar !
Die Schöne auf der Schachtel...
Old
Judge - Zigarettenlady aus dem Jahr 1882. Nach-dem von Wilhelm jegliche
Nachricht ausblieb, machte sich nun der Bruder mei-nes Urgroßvaters auf
die Socken um den Verscholle-nen zu suchen. Von ihm kam eine Postkarte (siehe
Abb.2) und die Mitteilung, "Ich rauche Old Judge..."
Westminster
Zigarettenlady aus dem Jahr 1932. Mein Opa fuhr auf diese Dame ab
und weil er an sie nicht ran-kam, lullerte er zumindest an der Zigarettenmarke,
die sie vertrat. Im Zweiten Weltkrieg putze ihm dann eine Mine das linke Bein
weg. Er dazu: "Pech für die Russen es war eh mein Raucherbein!"
State
Express 555 Zigaret-tenlady aus dem Jahr 1956. Mein Vater ließ
sich 2 Jahre lang diese Zigaretten aus den USA schicken, um ihr "nah zu
sein". Dann lernte er meine Mutter ken-nen aus der Traum! Nach
meiner Geburt wurde er
schwul und verliebte sich
ins HB-Männchen Bruno...
Camel
Zigarettenlady aus dem Jahr 1995. Ehrlich ge-sagt, verstehe ich meine
Vor-fahren nicht! Im Gegensatz zu ihnen lasse ich mich abso-lut nicht von der
Werbung be-einflussen. Das wäre doch ein Zeichen von psychischer
Schwäche, oder...? Ich rau-
che seit 1995 Camel. Keine Ahnung warum...